Vorhofflimmern kann medikamentös gut behandelt werden. Die Art der Medikamente, die ihnen ihr Arzt verschreibt, hängt jedoch von der Art des Vorhofflimmerns ab und davon, welche Wirkung mithilfe der Medikation erzielt werden soll.
So unterscheidet man Medikamente, die ihre Herzfrequenz kontrolliert (senkt) und solche, die ihren Herzrhythmus stabilisieren.
Medikamente zur Herzfrequenzkontrolle (Senkung)
Bei der Frequenzkontrolle richtet sich die Therapie in erster Linie auf die Regulierung der Herzfrequenz. Hierbei werden vornehmlich die Symptome wie Herzrasen reduziert, indem die Herzfrequenz verlangsamt wird. Der unregelmäßige Rhythmus des Herzens wird belassen. Diese Medikamente beheben nicht die Ursache des Vorhofflimmerns, aber lindern die Beschwerden.
Die Frequenzkontrolle zielt darauf ab, die schnelle Schlagfolge (Frequenz) des Herzens zu bremsen, sodass die Herzfrequenz bei körperlicher Ruhe möglichst unter 90 Schlägen pro Minute liegt (normal sind in Ruhe 60 bis 80 Schläge pro Minute). In der Regel erfolgt die Frequenzkontrolle mit Medikamenten, die den Herzschlag verlangsamen, beispielsweise Betablocker wie Bisoprolol und Metoprolol oder Kalziumkanalblocker wie Verapamil und Herzglykoside (Digoxin, Digitoxin). Die bei Vorhofflimmern grundsätzliche Unregelmäßigkeit des Herzschlags bleibt bei der Frequenzkontrolle bestehen.
Medikamente zur Rhythmuskontrolle (Stabilisierung)
Andere Medikamente, die in der Therapie von Vorhofflimmern eingesetzt werden, sind solche zur Rhythmuskontrolle. Beim Vorhofflimmern schlägt das Herz nicht regelmäßig und der Rhythmus gleicht vielmehr einem Zittern. Die Medikamente zur Rhythmuskontrolle sorgen dafür, dass das Herz wieder kräftig pumpt und der normale Herzrhythmus wieder hergestellt wird. Diese Medikamente beheben somit die Ursache des Vorhofflimmerns und somit auch die Beschwerden.
Die Rhythmuskontrolle zielt darauf, den „Sinusrhythmus“, den normalen Herzrhythmus, wiederherzustellen und aufrechtzuerhalten. Hier reichen Betablocker allein nicht aus. Sie werden oft mit Wirkstoffen wie Flecainid und Propafenon (Klasse-I-Antiarrhythmika) und im Verlauf auch Amiodaron (Klasse-III-Antiarrhythmikum) kombiniert. Lange Zeit galten hierbei Rhythmus- und Frequenzkontrolle als gleichwertige Therapiestrategien. In jüngster Zeit zeichnet sich aber für manche Patienten ein Vorteil einer frühen Rhythmuskontrolle ab.