Chirurgische Verfahren zur Behandlung von Vorhofflimmern

Neben medikamentösen Verfahren kann Vorhofflimmern auch mithilfe von operativen Eingriffen behandelt werden. Dieser Eingriff wird Katheterablation genannt. Die Katheterablation ist ein minimalinvasiver medizinischer Eingriff, der zur Behandlung und häufig auch zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen eingesetzt wird. Ziel ist es, fehlerhafte Signale im Herzen gezielt auszuschalten und somit den unregelmäßigen Herzschlag zu normalisieren. 

Bei der Katheterablation wird ein dünner flexibler Katheter über ein Blutgefäß in der Leiste oder seltener am Arm bis zum Herzen vorgeschoben. Dadurch können die behandelnden Ärztinnen und Ärzte die betroffenen Bereiche des Herzgewebes gezielt erreichen und behandeln. Die Stellen, die fehlerhafte elektrische Signale aussenden und Herzrhythmusstörungen verursachen, werden verödet sodass keine störenden Impulse mehr weitergeleitet werden. 

Für diese Verödung stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Bei der Radiofrequenzablation wird Hitze eingesetzt, um kleine, gezielte Narben im Gewebe zu erzeugen. Die Kryoablation arbeitet dagegen mit starker Kälte von etwa –70 °C, oft mithilfe eines speziellen Ballons, der an die entsprechende Stelle im Herzen geführt wird. Eine neuere und besonders schonende Methode ist die Pulsed Field Ablation (PFA). Sie nutzt kurze elektrische Impulse, die gezielt Herzmuskelzellen zerstören, dabei aber das umliegende Gewebe weitgehend schonen. 

Der Eingriff dauert in der Regel nur wenige Stunden und kann häufig ambulant oder mit einem kurzen stationären Aufenthalt durchgeführt werden. Die Erfolgsaussichten sind sehr gut, insbesondere bei der Behandlung von Vorhofflimmern, wo Erfolgsraten von etwa 80 % erreicht werden. 

Insgesamt gilt die Katheterablation als ein sehr sicheres Verfahren, das die Lebensqualität vieler Patientinnen und Patienten deutlich verbessern kann. Für Menschen, die unter belastenden Herzrhythmusstörungen leiden, bietet sie eine effektive und moderne Möglichkeit, wieder zu einem stabilen und verlässlichen Herzrhythmus zurückzufinden. 

Was passiert nach dem Eingriff? 

Normalerweise wird der Schnitt in der Leiste mit einem Stich vernäht und mit einem Verband abgedeckt. Je nach Gesundheitszustand und Herzerkrankung bleibt man 12 bis 48 Stunden zur Überwachung im Krankenhaus. Dabei wird der Herzrhythmus regelmäßig kontrolliert. 

Nach dem Eingriff ist eine sorgfältige Nachsorge besonders wichtig, damit die Einstichstelle gut abheilen kann und Komplikationen vermieden werden. Die Stelle, an der der Katheter eingeführt wurde, sollte sauber gehalten und regelmäßig kontrolliert werden, bis sie vollständig verheilt ist. In der ersten Woche nach der Behandlung empfiehlt es sich, nicht zu baden, sondern nur zu duschen, um das Infektionsrisiko zu verringern. 

Außerdem sollte man in den ersten zwei Tagen nach dem Eingriff kein Auto fahren, da es durch die Belastung der Leiste und mögliche Kreislaufreaktionen zu Problemen kommen kann. Ebenso ist es sinnvoll, in dieser Zeit auf größere körperliche Anstrengungen und auch auf Geschlechtsverkehr zu verzichten. Für etwa ein bis zwei Wochen sollten zudem keine schweren Gegenstände gehoben werden, und auch auf das Fahrradfahren sollte verzichtet werden, um die Einstichstelle nicht unnötig zu belasten. 

Treten nach dem Eingriff Schmerzen in der Leiste auf, schwillt die Stelle an, rötet sie sich deutlich oder bildet sich eine tastbare Beule, sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden. Diese Zeichen können auf eine Nachblutung oder eine Entzündung hinweisen und sollten frühzeitig abgeklärt werden. 

 

Welche Risiken bestehen bei einer Katheterablation? 

Wie bei jedem medizinischen Eingriff gibt es auch bei der Katheterablation mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen. Häufig und meist harmlos sind Blutergüsse oder leichte Schmerzen im Bereich der Einstichstelle, also dort, wo der Katheter in das Blutgefäß eingeführt wurde. Gelegentlich kann es auch zu Nachblutungen kommen, die in der Regel gut behandelbar sind. 

Selten können Verletzungen am Herzen selbst, an Blutgefäßen oder an Nerven auftreten. Ebenfalls selten ist eine Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel, man spricht dann von einem Herzbeutelerguss. Dieser kann das Herz in seiner Beweglichkeit einschränken und muss ärztlich überwacht und gegebenenfalls behandelt werden. 

Insgesamt sind schwerwiegende Komplikationen selten, da die Katheterablation heute als sehr sicheres Verfahren gilt und unter kontinuierlicher Überwachung durchgeführt wird. Das medizinische Team ist auf mögliche Zwischenfälle vorbereitet und kann schnell reagieren, um die Sicherheit der Patientinnen und Patienten jederzeit zu gewährleisten.