Blutdruck

Das Blut bewegt sich nicht in einem gleichmäßigen, kontinuierlichen Fluss durch den Körper. Stattdessen wird es durch das Herz in einzelnen Stößen weitertransportiert. Immer wenn sich die linke Herzkammer zusammenzieht, wird das Blut durch eine kräftige Pumpbewegung des Herzmuskels in die Hauptschlagader gedrückt. 

Während dieser Anspannungsphase steigt der Druck in den Gefäßen kurzzeitig an. Der dabei erreichte höchste Druck wird als oberer Blutdruckwert oder systolischer Blutdruck bezeichnet. Der Begriff „Systole” stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Zusammenziehung”. 

Nachdem sich die linke Herzkammer zusammengezogen und das Blut herausgepumpt hat, folgt die Entspannungsphase. Während dieser Phase entspannen sich die Herzkammern, sodass neues Blut aus den Lungen zurück ins Herz fließen kann. Der niedrigste Druck der Entspannungsphase wird als unterer Blutdruckwert oder diastolischer Blutdruck bezeichnet. Der medizinische Fachbegriff „Diastole“ bedeutet „die Ausdehnung“.   

  • Der systolische Wert ist der Druck, der in den Gefäßen herrscht, wenn der Herzmuskel sich maximal anspannt und das Blut kraftvoll in den Körper pumpt (Systole).  
  • Der diastolische Wert gibt den niedrigsten Druck unmittelbar vor der nächsten Herzkontraktion in den Gefäßen an, also wenn der Herzmuskel entspannt ist und das Organ sich wieder mit Blut gefüllt hat (Diastole). Der Wert hängt im Wesentlichen von der Elastizität beziehungsweise dem Widerstand der Gefäße ab.  

 

Welche Blutdruckwerte gelten als unbedenklich? 

Die Höhe des Blutdrucks ist ein wichtiger Indikator für unsere Gesundheit. Als medizinisch unbedenklich werden entsprechend der aktuellen europäischen Leitlinie Werte unter 120 zu 70 mmHg erachtet.  

Blutdruckwerte zwischen 120-139 zu 70-89 mmHg werden bereits als erhöht eingestuft und sollten beobachtet werden. Spätestens ab Werten von 140/90 mmHg empfehlen Fachgesellschaften, therapeutisch einzugreifen und den Druck zu senken. Mediziner sprechen dann von Bluthochdruck (Hypertonie).   

 

Welche Faktoren bestimmen den Blutdruck? 

Gesteuert wird der Blutdruck durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Vorgänge im Körper: 

Gefäßaktionen: Verengen sich die Blutgefäße, steigt der Blutdruck. Weiten sie sich, sinkt der Blutdruck. Dieser Mechanismus wird von sogenannten Rezeptoren geregelt. Dies sind “Messfühler” in den Gefäßen, die sehr schnell auf Druckveränderungen reagieren können. So wird ein plötzlicher Anstieg schnell ans Gehirn gemeldet, das dafür sorgt, dass das Herz langsamer pumpt und Gefäße sich weiten. 

Hormone: Der Körper stellt in den Nieren und Nebennieren sowie in den sympathischen Nervenfasern blutdruckregulierende Hormone her. Dazu gehören beispielsweise Angiotensin II, Aldosteron, Renin, Adrenalin und Noradrenalin. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) – dieses ist auch eine wichtige Ansatzstelle für blutdrucksenkende Medikamente. 

Vegetatives Nervensystem: Der Sympathikus verstärkt Kraft und Frequenz der Herzschläge und der Blutdruck erhöht sich. Der Parasympathikus hingegen senkt den Blutdruck. Die Regulation des Blutdrucks erfolgt dabei unbewusst, sie ist unabhängig von unserem Willen. 

Warum es wichtig ist, regelmäßig Blutdruck zu messen?

Ärztinnen und Ärzte empfehlen, spätestens ab dem 40. Lebensjahr den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren. Ein erhöhter Blutdruck bleibt häufig lange unbemerkt, da er in vielen Fällen keine Beschwerden verursacht.

Die gemessenen Blutdruckwerte können je nach Messort variieren. Ein wesentlicher Grund dafür ist die jeweilige Situation während der Messung. In der Arztpraxis sollten die Werte idealerweise unter 135/85 mmHg liegen. Im Alltag wird die Grenze zur arteriellen Hypertonie jedoch häufig bei 140/90 mmHg angesetzt. Diese höhere Grenze wird auch in der aktuellen europäischen Leitlinie für Messungen in der Praxis oder Klinik berücksichtigt, da viele Patientinnen und Patienten in dieser Situation angespannt sind. Dieses Phänomen wird als sogenannte Weißkittelhypertonie bezeichnet.

Bei Messungen zu Hause unter ruhigen Bedingungen sollten die durchschnittlichen Blutdruckwerte unter 135/85 mmHg liegen. Entscheidend ist dabei, dass nicht einzelne Messungen bewertet werden, sondern der Mittelwert aus mehreren Messungen an aufeinanderfolgenden Tagen herangezogen wird.